Interview mit Ebrahim, Together We Can For Syria

Alles begann mit einer Tasse Kaffee. Nur wenige Wochen später schüttelten Ebrahim und Philipp die Hand des Prime Ministers in der Downing Street Nummer 10.

„Es ging hauptsächlich darum, Spenden zu sammeln und die Leute aufmerksam zu machen“, sagt Ebrahim, lächelnd, wenn er jetzt zurückdenkt. Aus einem einfachen Spendenlauf ist eine erfolgreiche Kampagne geworden, seine Homepage auf facebook zählt über 1.000 likes. Die Idee war ein voller Erfolg.

Ebrahim ist in Aleppo, Syrien, geboren und kam im Alter von fünf Jahren nach Lancaster in England. Der Großteil der Familie wohnt noch in Aleppo, aber viele seiner Freunde sind inzwischen von dort geflohen.

Im Jahr 2011 war er das letzte Mal in Syrien, kurz bevor die Revolution begann. „Man konnte die Spannung spüren“, sagt er, „aber viele wussten gar nicht, was vor sich ging.“ Syrien ist nach wie vor ein Staat mir starker Zensur und einer Geheimpolizei. Jeder könnte einer von ihnen sein, der Mann im Restaurant, der Taxifahrer. Als jemand, der von außerhalb kam, hatte Ebrahim damals auf weitaus mehr Informationen Zugriff als die Menschen innerhalb des eigenen Landes.

 

„Together We Can For Syria“ heißt seine Kampagne. Das Ziel: auf die Situation in Syrien aufmerksam machen und Geld sammeln, um den Menschen dort helfen zu können. 

„Der Lebensstandard ist fast auf primitive Verhältnisse gesunken“, erzählt Ebrahim. Es gibt kein Leitungswasser mehr, das Wasser wird aus Brunnen geholt und das Öl für Öllampen ist mittlerweile zum Luxus geworden. Die Medien“, meint Ebrahim, „berichten kaum über das Leben der Menschen vor Ort.“ 

Am Anfang war es nur eine Idee. Aber als er Philipp davon erzählte, brachten sie gemeinsam einen Stein ins Rollen und starteten eine ganze Bewegung. Sie organisierten einen Spendenlauf, sammelten 1.000 Unterschriften und hielten Präsentation an Schulen und Universitäten, um zu erzählen, was in Syrien vor sich ging. Die Resonanz darauf war großartig – und der Besuch in der Downing Street nur der Anfang. „Es war überwältigend!“, sagt Ebrahim, „Wir konnten es selbst kaum glauben!“. Diese Erfahrung hat ihm gezeigt, dass es sehr viel leichter ist, etwas zu bewirken, wenn man gemeinsam an einer Sache festhält. Sie sind jung, aber überzeugt und vor allem nicht allein. 

Ebrahim hält auch weiterhin regelmäßig Vorträge an Schulen und Universitäten. Die Kampagne ist sehr erfolgreich, doch den Menschen in Syrien geht es immer noch schlecht. 

„Unser Erfolg gilt ihnen,“ betont Ebrahim, „und auch wenn nicht sehr viel dafür spricht, hoffnungsvoll zu sein, so haben wir doch noch immer Hoffnung.“

Er ist nicht allein. Gemeinsam saßen sie damals im Café, gemeinsam fuhren sie vor zur Downing Street und gemeinsam halten sie jetzt eine erfolgreiche Kampagne am Laufen, die immer noch mehr Menschen bewegt. Gemeinsam für Syrien.

Philipp von der Wippel

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