ProjectTogether in Kooperation mit Capgemini Consulting

"Das ist ein Experiment, das wir eingehen. Gemeinsam können wir den Unterschied machen.“

Eine Frage, zwei Antworten. Im Interview mit Christoph Nünke von Capgemini Consulting und Philipp von der Wippel von ProjectTogether. 

Ganz bewusst wurden Christoph Nünke (Capgemini Consulting) und Philipp von der Wippel (ProjectTogether) die gleichen Fragen über die Kooperation zwischen Capgemini Consulting, einer der international größten Beratungsfirmen, und der gemeinnützigen Organisation ProjectTogether gestellt. Was wie ein Dialog erscheint, ist in Wirklichkeit ein Zusammenschnitt zweier Einzelgespräche an verschiedenen Orten und zu unterschiedlichen Zeiten. 

Obwohl Christoph und Philipp die Möglichkeit fehlte, auf die Antwort des Anderen einzugehen, zeichnet sich ein Zusammenspiel ab, das völlig unbeeinflusst entstanden ist. Eine schöne und sehr positive Rückmeldung an ein mutiges Experiment: die intensive Zusammenarbeit zwischen dem privaten und dem sozialen Sektor. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. 

Capgemini Consulting baut stark auf dem Fundament folgender sieben Grundwerte: Ehrlichkeit, Mut, Vertrauen, Freiheit, Teamgeist, Bescheidenheit und Spaß. Welche Werte lassen sich ebenfalls bei ProjectTogether erkennen? 

Christoph: Für mich sind bei ProjectTogether all diese Werte präsent! Beispielsweise spürt man bei jedem Einzelnen eine große Begeisterung und Freude an der Arbeit. Das Team hält auch zusammen und ist füreinander da. 

Philipp: Die Werte, auf denen Capgemini baut, sind auch bei uns sehr wichtig. Die Einstellung und Arbeitsweise von Hannes und Matthias passen sehr zur Arbeitsweise des Teams: die Zuverlässigkeit, die Genauigkeit, aber auch der Mut. Damit meine ich den Mut groß zu denken und Dinge anzusprechen, die man vielleicht nicht gerne ansprechen möchte. Durch den Spaß, den wir alle bei der Arbeit mitbringen, hat während der gesamten Zusammenarbeit immer eine sehr angenehme Atmosphäre geherrscht. 

 

Welche sind die Werte, die mehr herausstechen? 

Philipp: Für mich sind der Mut und der Teamgeist die Werte, die uns am besten charakterisieren. Erst gestern waren wir gemeinsam während der Teamtage am Starnberger See - das war eine sehr wertvolle Erfahrung, gerade im Hinblick auf das Team-Building. Da konnten wir viel mitnehmen. 

Christoph: In der Art und Weise, wie ProjectTogether auftritt, zeigt sich deutlich der Wert Bescheidenheit - an den Zielen, welche die Organisation verfolgt, auch der Mut. Dazu sind in einem kleinen Unternehmen auch Vertrauen und Ehrlichkeit besonders wichtig: Je kleiner das Team, desto mehr Verantwortung muss jeder Einzelne tragen. Und schließlich der Teamgeist, den man so deutlich spürt. Man darf nicht vergessen, dass alle auf freiwilliger Basis arbeiten. Das Team hält fest zusammen, kämpft gemeinsam und bringt sich gegenseitig voran. Diesen gemeinschaftlichen Einsatz sehe ich als die tragende Kraft. 

Eine professionelle Beratungsfirma kooperiert mit einer gemeinnützigen Organisation. Gibt es einen Unterschied zwischen professionellem Consulting und dem Coaching, das den Kern von ProjectTogether bildet? 

Christoph: Ich würde das Coaching als eine Teilmenge vom Consulting sehen: Wir bei Capgemini coachen zahlreiche Führungskräfte und Teams, in ihrer Arbeit noch besser zu werden. Dabei entwickeln wir zwar immer auch neue maßgeschneiderte Ideen und Inhalte, greifen aber stets auch auf geeignete vorhandene Vorgehensweisen, Lösungen, Erfahrungen und Qualifikationen zurück. Bei uns geschieht das in größerem Rahmen, bei ProjectTogether (noch) im eher kleineren, aber beide zielen darauf ab, den größtmöglichen Nutzen zu erzielen. 

Wir sind häufig daran, ganze Organisationen weiterzuentwickeln, große gewachsene Strukturen sich immer schneller verändernden Rahmen- und Wettbewerbsbedingungen optimal anzupassen, wir müssen sehr komplexe Gesamtzusammenhänge verstehen, der Umfang der Themen ist wesentlich größer. Bei ProjectTogether basiert das auf Einzelgesprächen, oder teilweise Gruppencoaching. Das Coaching bei ProjectTogether ist ebenfalls anspruchsvoll, aber der Rahmen ist auf jeden Fall viel überschaubarer. 

Philipp: Der wichtigste Unterschied für mich ist der, dass man beim Consulting einen Input gibt, der bisher nicht dagewesen ist. Anders ist das beim Coaching, da ist man der Spiegel, man fügt nichts hinzu. Das ist schon alles da, das muss man nur selbst entdecken und sich klar darüber werden. Der Coach ist mehr derjenige, der bewusst macht, der aufrüttelt und auch kritische Dinge anspricht, die die Peron vielleicht nicht wahrnehmen möchte. Consulting ist Input von außen, das Coaching ist ein Input von innen. In beiden Fällen ist es aber Empowerment, sodass man nach dem Beraten und Begleiten mehr leisten kann und mehr Möglichkeiten sieht. 

 

Der gemeinsame Nenner der Kooperation ist, dass, ganz allgemein betrachtet, Projekte umgesetzt werden. Projekte beeinflussen manchmal direkt, manchmal indirekt die Gesellschaft. Wie kann sichergestellt werden, dass positive Outcomes entstehen? 

Christoph: Im Rahmen der Strategieberatung haben wir regelmäßig die Möglichkeit Strategien und Ziele zu entwickeln, die nicht nur unternehmerisch sinnvoll sind, sondern vielmehr auch einen positiven gesellschaftlichen Mehrwert herbeiführen. Beispielsweise sind Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekte im Rahmen einer globalen Produktions- und Logistikstrategie ebenso von zentraler Bedeutung, wie es früher vielleicht nur Kosten- oder Geschwindigkeitsthemen waren. Wir helfen Unternehmen somit gleichzeitig ihren sog. ökologischen Fußabdruck möglichst gering zu halten. Auch wir arbeiten übrigens sehr intensiv daran.

Im Rahmen der Umsetzung gilt es dann auf dem kürzesten, schnellsten und effizientesten Wege Organisation und Prozesse so zu verändern, dass die gesetzten Ziele möglichst kurzfristig aber nachhaltig erreicht werden. Man muss also immer hinterfragen, ob der Weg, den man einschlägt, der bestmögliche ist. Wenn man das regelmäßig hinterfragt und zur Not Gegenmaßnahmen ergreift und korrigiert, dann vermeidet man auch in der Umsetzung Verschwendung. 

Philipp: Alle Projekte beeinflussen die Gesellschaft. Wir sollten definieren: was ist ein positiver Outcome? Definieren wir ihn daran, dass die Person aktiver ist als zuvor? Und, sekundär, dass ein Problem adressiert ist? Outcome hat immer etwas mit Veränderung zu tun, ein Outcome heißt ja, dass der Input zu einem Unterschied geführt haben muss. Es muss etwas eingegeben worden sein und etwas herauskommen – und zwischen diesen muss eine Differenz bestehen. Damit eine Differenz entsteht, müssen die Ziele am Anfang klargestellt werden, umso deutlicher wird der positive Outcome. Woran erkennen wir einen positiven Outcome? Dadurch, dass wir vergleichen: je besser wir wissen, wie ein Person davor agiert hat, umso besser können wir am Ende vergleichen und ein Resultat ziehen. 

Was zeichnet die Zusammenarbeit zwischen Capgemini und ProjectTogether aus? 

Philipp: Die Zusammenarbeit ist ein Experiment: Wie können wir Methoden und Professionalität des privaten Sektors, der oftmals das Ziel hat den Gewinn zu maximieren, wie können wir diese Professionalität und Schlagkraft in den sozialen Sektor bringen, um eine stärkere Zivilgesellschaft aufzubauen? Man sieht bisher viel ehrenamtliches Engagement, viele einzelne Organisation, aber vergleicht man einmal den Etat, vergleicht man nach der Ausbildung der Leute, dann sieht man einen gewaltigen Unterschied. Wohin gehen die top-qualifizierten Fachkräfte? Zu den Banken, den Beratungsfirmen, aber nicht unbedingt in gesellschaftliche Unternehmen, die sich der Armut, Partizipation oder Demographie widmen. Wie können wir also die Stärken des privaten Sektors in den Öffentlichen bringen, sodass dieser nicht nur halbherzig wahrgenommen wird, sondern mindestens das gleiches Budget und die gleiche Professionalität an den Tag legen kann. Das ist ein Experiment das wir gemeinsam machen, so führen wir zum Unterschied. Das ist wirklich ein sehr großes Anliegen von ProjectTogether.

Christoph: Für mich ist das sonnenklar! Beide Seiten genießen die Zusammenarbeit: Alle Beteiligten haben unheimlich Spaß und Freude an der Kooperation. ProjectTogether freut sich, dass wir helfen, aber die Kooperation hilft auch uns. Auch wir wünschen uns sozial engagierte Mitarbeiter und idealerweise sind wir auch ein Vorbild für andere Unternehmen und es entstehen weitere Kooperationen. Die Rückmeldungen, die ich erhalte gehen auf allen Ebenen über bloßes Interesse hinaus. Der Wille ist da, jetzt nicht aufzuhören, sich weiter einzubringen. 

Die Identifikation mit der Kooperation ist sehr groß. Wir wollen euch unbedingt mit vollem Schwung helfen, geben uns sehr viel Mühe und Philipp und sein Team nehmen das wahr. Die Kooperation ist dazu geprägt von Wertschätzung und Respekt. All das trägt zur tollen Atmosphäre während des gesamten Projektes bei. 

Inwiefern ist die Kooperation Capgemini & ProjectTogether ein Beispiel dafür, wie der wirtschaftliche Sektor mit dem sozialen Sektor Probleme besser lösen kann? 

Christoph: Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass alle privatwirtschaftlichen Unternehmen, soziale Einrichtungen, Initiativen etc. nach ihren Möglichkeiten fördern sollten. Neben monetärer oder auch organisatorischer Unterstützung gehen wir bereits seit einiger Zeit noch einen Schritt weiter. Wir bringen unsere Kernkompetenzen ein und nutzen unsere Stärken, nicht nur um ProjectTogether zu helfen. Auch ProjectTogether kann von unseren Mitarbeitern, mit all ihren Erfahrungen und Qualifikationen lernen und diese Erkenntnisse für seine Ziele nutzen. Für unser Vorgehen gilt hier ebenso: Wir entwickeln für und mit euch maßgeschneiderte Ideen und Inhalte und greifen dabei auf Vorhandenes zurück. Es wäre schön, wenn diese Form Gutes zu tun, seine Stärken einzubringen und weiterzugeben, weiter Schule machte. 

Philipp: Ich bin überzeugt davon, dass wir uns in einer Zeit befinden, in der es der Industrie und den Beratungsunternehmen nicht möglich ist, gesellschaftliche Dynamiken nicht anzusprechen. Der Kundenmarkt wird unmittelbar beeinflusst, gesellschaftliche Tendenzen bestimmen die Produkte und wenn die Dynamiken nicht sofort aufgegriffen und verstanden werden, wirkt sich das negativ auf die gesamte Produktionskette aus. Es gibt keine Unabhängigkeit, alles ist eng miteinander verknüpft. Der Anspruch an Unternehmen ist natürlich viel größer, somit ist es die klügste Entscheidung für reine Profit orientierte Unternehmen, sich aktiv an gesellschaftliche Problemlösungsstrategien zu beteiligen. 

Was ist der wichtigste Input für ProjectTogether? 

Christoph: Ich sehe, dass Capgemini für ProjectTogether so etwas wie ein Beschleuniger ist. Unabhängig davon, was wir beisteuern können, das entwickelte Geschäftsmodell und das Produktportfolio oder die mögliche zukünftige IT-technische Unterstützung für ProjectTogether: Es bringt die Organisation viel schneller und mit noch größerer Qualität weiter, als sie es aktuell aus eigener Kraft vermag. 

Philipp: Der wichtigste Input ist, dass sie es geschafft haben, herauszuarbeiten und darzustellen, was in unseren Gedanken da ist, was das Ziel ist und wie wir als Institution intern noch intensiver zusammenarbeiten können. Welche Hebel müssen wir bewegen, um mehr Menschen zu erreichen? All das haben sie strukturiert und definiert, alles, was in der Luft geschwebt ist, haben sie mit uns im Gespräch aufgefangen und auf den sicheren Boden gebracht. Sie haben mit uns auf Augenhöhe gearbeitet - ohne Einfluss auf die Ausrichtung der Organisation zu nehmen. Darauf können wir aufbauen. 

ProjectTogether bedankt sich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bei Capgemini Consulting- die Zusammenarbeit ist ganz hervorragend gelungen!

- Ariane Vera-Fluixa - 

Philipp von der Wippel

Munich City, Berg-Isel-Straße 15, Munich, Bavaria, Germany